Verbunde sind Hightech-Werkstoffe

Folie



Etwa 30 Gramm wiegt ein Getränkekarton für einen Liter Inhalt; das heißt: Nur 3 Prozent des Gesamtgewichts entfallen auf die Verpackung! Trotz des geringen Gewichts soll die Packung empfindliche Nahrungsmittel wie Milch und Säfte optimal schützen, lange Haltbarkeit garantieren und nicht so schnell kaputt gehen. Verpackungen aus nur einem Material sind da häufig überfordert. Deshalb werden beim Getränkekarton unterschiedliche Materialien zu einem Verbund kombiniert: Der Karton sorgt für Stabilität, der Kunststoff "Polyethylen" (PE) macht die Packung dicht und Aluminium verhindert, dass Licht und Sauerstoff das Füllgut beeinträchtigen.

Tonnenschwere Karton-Rollen kommen per Schiff und Bahn aus Skandinavien. In den deutschen Werken von Tetra Pak, SIG Combibloc und Elopak werden sie bedruckt, beschichtet und zugeschnitten.

Bedrucken: hauptsächlich Wasserfarben

Die Papierrolle wird mit dem vom Kunden gewünschten Dekor in Tiefdruck-, Flexo-, oder Offsetdruck bedruckt. Es werden ausschließlich Druckfarben verwendet, die den Vorgaben der Schweizer Bedarfsgegenstände Verordnung entsprechen - dem europaweit höchsten Verbraucherschutzstandard! Dieser garantiert, dass nur toxisch bewertete und positiv gelistete Substanzen eingesetzt werden. Die meisten Farben sind wasserbasiert.

Beschichten: heißer Kunststoff

In der Beschichtungsanlage wird das Polyethylen-Granulat in einem sogenannten "Extruder" unter Druck auf über 250 Grad Celsius erhitzt. Durch schmale Schlitzdüsen werden zwei Kunststoffschichten auf die Papierbahn aufgetragen, einmal auf die Außenseite, um die Packung vor Feuchtigkeit von außen zu schützen, und einmal auf die Innenseite, damit keine Flüssigkeit von innen nach außen dringen kann.

Kaschieren: dünne Alu-Folie

Als Gasbarriere kommt bei den sogenannten "aseptischen Verpackungen" noch eine Aluminiumfolie hinzu. In diesen Verpackungen können H-Milch, Säfte, Suppen, Soßen etc. ohne Konservierungsmittel ungekühlt über mehrere Monate aufbewahrt werden.

Die 6,5/1000stel mm dünne Aluminiumfolie — dünner als ein Haar — wird durch das Polyethylen an das Papier fixiert. Klebstoffe oder Leime sind nicht notwendig. Anschließend wird noch eine weitere PE-Schicht aufgetragen.

Eine Kartonverpackungen für Frischprodukte wie z.B. frische Vollmilch besteht also — von außen nach innen gesehen — aus drei Schichten: PE-Papier-PE. Der Schichtaufbau einer Aseptik-Packung sieht folgendermaßen aus: PE-Papier-PE-Alu-PE.

Zuschneiden: Mäntel oder Rollen

Während bis hier die Produktionsprozesse aller Anbieter von Getränkekartons weitgehend identisch sind gibt es ab hier Unterschiede:

Variante 1: Die bedruckte und beschichtete Papierrolle wird in die Abfüllmaschine eingesetzt. Die Papierbahn wird anschließend zu einem Schlauch geformt und - wie bei der Wurstherstellung – unten versiegelt, befüllt, oben versiegelt und abgetrennt.

Variante 2:Aus den bedruckten und beschichteten Kartonbahnen werden noch im Verpackungswerk Zuschnitte gestanzt. Aus diesen Zuschnitten werden dann an der Siegelmaschine durch Fertigen einer Längsnaht Mäntel geformt. Diese Mäntel gelangen flachgefaltet zum Abfüllbetrieb, werden in die Maschine eingesetzt, aufgeformt, befüllt und versiegelt.

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