Internationaler Standard schafft Glaubwürdigkeit

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Seit sich Verbraucher zunehmend dafür interessieren, ob das, was sie konsumieren, umwelt- und klimaverträglich ist, werden Werbebotschaften immer grüner. In der EU gibt es inzwischen hunderte Labels mit mehr oder weniger transparenten Umweltkriterien und Bewertungsmethoden. Über 60 Methoden und Initiativen beschäftigen sich alleine mit der Ermittlung des „Kohlenstoff-Fußabdrucks“ („carbon footprint“). Auch der „Wasser-Fußabdruck“ gerät zunehmend in den Fokus von Wissenschaftlern und Marketingexperten. Dazu kommen Ökoeffizienzanalysen und vieles mehr. Dieser Wildwuchs verunsichert nicht nur Verbraucher, die verlässliche Informationen für ihre Kaufentscheidung erwarten. Auch Unternehmen, die solche Methoden nutzen, um ihre Prozesse ökologisch zu verbessern, sind auf standardisierte, allseits anerkannte Bilanzierungsmethoden angewiesen.

UBA akzeptiert nur ISO-konforme Ökobilanzen

Das weltweit einzige Instrument zur ökologischen Bewertung von Produkten und Verfahren das diesem Anspruch genügt, ist die Ökobilanz nach der Normenreihe 14040 – 44 der International Standardisation Organisation (ISO). Sie legt verbindliche Verfahrensregeln fest, die es ermöglichen, objektive und überprüfbare Bilanzen zu erstellen, die dem Stand der Wissenschaft entsprechen. Dies ist der Grund, warum das Umweltbundesamt (UBA) ausschließlich ISO-konforme Ökobilanzen berücksichtigt, wenn es darum geht, gesetzliche Regelungen – wie z.B. Pfandpflichten für Getränkeverpackungen - vorzubereiten. Um die Ergebnisse von Ökobilanzen besser vergleichen zu können sowie Aufwand und Kosten im Rahmen zu halten, hat das UBA in einem transparenten Verfahren unter Beteiligung von Wirtschafts- und Umweltverbänden Mindestanforderungen für die Erstellung von Ökobilanzen entwickelt. Der Bericht wurde im Februar 2016 veröffentlicht.

Von der Wiege bis zur Bahre

Der englische Begriff „life-cycle-ananlysis" (LCA) zeigt schon, worum es bei Ökobilanzen geht: Es wird der gesamte Lebensweg eines Produktes betrachtet: Von der Wiege bis zur Bahre - von der Herstellung über die Nutzung bis zur Entsorgung bzw. dem Recycling werden Umweltauswirkungen erfasst. Dabei wird nicht nur der Herstellungsprozess unter die Lupe genommen; auch die Herstellung der Vorprodukte, teilweise sogar der Hilfs- und Betriebsstoffe, sowie die Förderung und Bereitstellung der Rohstoffe werden bilanziert. Einbezogen werden auch alle Transporte, die dabei notwendig sind. Auf jedem Lebenswegabschnitt entstehen Umweltbelastungen in den Bereichen Wasser, Luft und Boden. Diese müssen quantifiziert und bewertet werden.