UBA II-Studie: Der Getränkekarton ist "ökologisch vorteilhaft"

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Am 9. August 2000 erklärte der damalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin: „Zwischen Mehrwegflaschen und Einweg-Getränkekartons gibt es aus Umweltsicht ein Patt.“ Grundlage für diese Bewertung war eine Ökobilanz des Umweltbundesamtes (UBA) zu 28 Einweg- und Mehrwegverpackungen für CO2-haltige Getränke, Mineralwasser, Fruchtsäfte und Wein, die in Fachkreisen bis heute UBA II-Studie genannt wird.

Zwei Jahre später das gleiche Ergebnis: Anlässlich der Vorstellung des „Zukunftsszenarios“, das Optimierungspotentiale der Verpackungen aufzeigen sollte, sagte der damalige Präsident des Umweltbundesamtes Prof. Andreas Troge: „Zwar sind sowohl bei Einweg- als auch bei Mehrwegverpackungen deutliche Verbesserungen zu verzeichnen, Mehrweg bleibt jedoch auch in absehbarer Zukunft Einweg überlegen. Getränkekartons bilden dabei allerdings eine Ausnahme."

An der ökologischen Bewertung hat sich bis heute nichts geändert

Getränke- und Verpackungsmärkte ändern sich im Laufe der Zeit. Produktions- und Recyclingprozesse sind davon ebenso betroffen, wie Distributionsentfernungen oder Umlaufzahlen von Mehrwegflaschen. Deshalb sollten Ökobilanzen regelmäßig aktualisiert werden. Entsprechende Untersuchungen wurden von Verpackungsherstellern und Abfüllern in den letzten 15 Jahren immer wieder in Auftrag gegeben. An der positiven Bewertung von Mehrwegflaschen und Getränkekartons durch das UBA und das Bundesumweltministerium hat sich bis heute allerdings nichts geändert.

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Dies hindert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nicht daran, eine Korrektur dieser Bewertung zu fordern. Begründung: Der Kunststoffanteil sei höher als früher und die Recyclingquote der amtlichen Statistik sei falsch berechnet. Ein wissenschaftlicher Beleg für die These, dass sich die Ökobilanz im Vergleich zur Mehrwegflasche deutlich verschlechtert hat – Fehlanzeige! Während die Hersteller von Getränkekartons ihre Prozesse und Produkte ständig optimieren und dies überprüfen lassen, ist die Mehrweg-Lobby an einer nachprüfbaren Transparenz nicht interessiert und noch nicht einmal bereit, die vom Umweltbundesamt entwickelten Anforderungen an die Erstellung von Ökobilanzen anzuerkennen.