Sammeln mit System

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Den rechtlichen Rahmen für die Sammlung und Verwertung gibt die Verpackungsverordnung vor. Danach müssen Getränkekartons eine Recyclingquote von 60 Prozent erreichen. Organisiert wurde die Sammlung lange Zeit ausschließlich von der Duales System Deutschland GmbH (kurz: DSD). Inzwischen gibt es auch hier Wettbewerb. Derzeit sind neun Duale Systeme zugelassen.

Für den Verbraucher hat sich nichts geändert: Alle Unternehmen nutzen die gleichen Sammelbehälter. In der Regel werden außer Containern für Glas und Papier zusätzliche Wertstofftonnen aufgestellt, in denen Getränkekartons, Kunststoff-, Aluminium- und Weißblechverpackungen erfasst werden.

Kopie von Autosort9x13Automatische Sortierung

Handarbeit ist in den heutigen Sortieranlagen die Ausnahme; Getränkekartons werden vollautomatisch sortiert. Das funktioniert mit Infrarot-Strahlen: Ein über dem Sortierband angebrachter Scanner analysiert das von den Packungen reflektierte Licht. Ein Computer berechnet die Position der Verpackung auf dem Förderband und den genauen Zeitpunkt, wann sie das Ende des Bandes erreicht. Dort befindet sich eine Leiste mit computergesteuerten Druckluftdüsen. Ein kurzer Luftstoß und schon landet das identifizierte Objekt in einen Sammelbehälter.

Nachweispflicht: Vertrauen ist gut, ...

... Kontrolle ist besser. Mit so genannten "Wiegescheinen" kann der Weg der Verpackungen lückenlos dokumentiert werden. Das erste Mal wird die Ladung gewogen, wenn sie die Sortieranlage verlässt, das zweite Mal bei Ankunft im Verwertungsbetrieb.

Kopien dieser Wiegescheine gehen an die Dualen Systeme, die gegenüber den Landesumweltministerien am Ende des Jahres im Mengenstromnachweis die Verwertungsmengen belegen müssen. Darüber hinaus werden Sortier- und Verwertungsanlagen regelmäßig vor Ort kontrolliert und zertifiziert.


Mehr zum Thema:

•    TV-Beitrag des BR zur Sammlung und Sortierung