Neue Sortierspezifikation für Getränkekartons

Bessere Qualität und mehr Kontrollen

Ab dem 1. Januar 2021 gelten neue Regeln für die Aussortierung von Getränkekartons aus den gelben Wertstoffbehältern. Darauf haben sich Papierfabriken, Duale Systeme, Betreiber von Sortieranlagen und die ReCarton GmbH geeinigt.

Getränkekarton-Ballen 2

Die Überarbeitung der fast 30 Jahre alten Spezifikation ist notwendig geworden, weil sich Recyclingbetriebe über die schlechte Sortierqualität beklagt und die Zahl der Reklamationen stark zugenommen hatte. Verantwortlich dafür war unter anderem eine zum Jahresanfang 2019 neu eingeführte Bestimmung im Verpackungsgesetz. Danach müssen die Sortieranlagen die Hälfte des Inhalts der gelben Tonnen und Säcke für eine stoffliche Verwertung bereitstellen.

Dies wird allerdings zunehmend schwieriger, weil der Anteil nicht verwertbaren Restmülls in den Wertstoffbehältern teilweise sehr hoch ist. Ergebnis: Es wurde bei allen Wertstoffen mehr Masse statt Klasse produziert, um die Quoten zu erreichen. Wegen hoher Störstoffanteile führte dies im Sommer 2019 sogar zu einem kurzzeitigen Produktionsstopp eines Verwertungsbetriebes. Zwar konnte bereits nach wenigen Wochen eine deutliche Verbesserung erreicht werden, aber die Gespräche über eine neue Sortierspezifikation zogen sich über fast ein Jahr hin.

Verbraucher müssen mitmachen

Andreas Henn, Geschäftsführer der ReCarton GmbH, ist mit dem Ergebnis zufrieden. Vereinbart wurde u.a. ein maximaler Störstoffanteil von 8 Prozent und Qualitätsprüfungen in den Sortieranlagen: „Trotz der überaus komplizierten Gemengelage zwischen den Möglichkeiten und Grenzen der Sortiertechnik und dem verständlichen Interesse der Papierfabriken, nach möglichst sauberer Ware, ist es gelungen, eine ausgewogene Lösung zu finden.

Die Diskussionen mit allen Beteiligten haben aber auch gezeigt, dass nicht alle Qualitätsprobleme mit mehr Technik, Geld und Kontrolle zu lösen sind“. Entscheidend sei, dass die Verbraucher motiviert werden müssen, ihre Abfälle besser zu trennen. Die Kampagne "Mülltrennung Wirkt“ kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten.