Ökobilanz ABC

Der Getränkekarton hat im Vergleich mit PET- und Mehrweg-Glasflaschen den kleinsten CO2-Abdruck. Positiv wirkt sich vor allem der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen aus.

Wirkungskategorien Ökobilanz (alphabetische Reihenfolge):

Aquatische Eutrophierung: Grundlage der Ermittlung ist die Primärwirkung „Wachstum pflanzlicher Biomasse“ und die Sekundärwirkung „Sauerstoffzehrung“. Berücksichtigt werden Emissionen von Phosphor- und Stickstoff-Verbindungen ins Wasser. Durch erhöhte Zufuhr von Nährstoffen können Algen und Pflanzen andere im Überschuss vorhandene Nährstoffe nutzen, Photosynthese betreiben und wachsen.


Feinstaub: Die Wirkungskategorien Human- und Ökotoxizität sowie Toxische Schädigung von Menschen durch Feinstaub enthalten die toxischen Wirkungen der durch die Lebenswegabschnitte der Verpackungssysteme freigesetzten Emissionen. Die Kategorie trifft keine Aussagen zu den Wirkungen, die möglicherweise durch den Kontakt mit den Produkten einhergehen können. Im Rahmen der Wirkungskategorie Toxische Schädigung von Menschen durch ionisierende Strahlung wird ausschließlich der Regelbetrieb der Kernbrennstoffindustrie zur Stromerzeugung in Atomkraftwerken beschrieben. 


Klimawandel: Die Wirkungskategorie Klimawandel untersucht die vielfältigen Folgewirkungen aufgrund der globalen Erwärmung. Der Indikator ist das Treibhauspotenzial. Im Sinne der zeitlichen Systemgrenze werden alle Getränkeverpackungen als kurzlebige Produkte (Lebensdauer weniger als 10 Jahre) behandelt. 


Ressourcenbeanspruchung: Für die Wirkungskategorie Ressourcenbeanspruchung wird der Erhalt von Sachgütern bzw. im weiteren Sinne von Energie- und Materialressourcen beurteilt. Für die Bewertung werden z. B. Beiträge aus der Herstellung (Material, Energieträger, Rohstoffe) sowie Distribution berücksichtigt. 


Sommersmog: Die Wirkungskategorie Sommersmog (Photochemische Oxidantienbildung) beschreibt die Vermeidung vielfältiger Folgewirkungen durch die Bildung von Photooxidantien, die unter Einfluss von Sonnenlicht entstehen. Als Hauptverursacher gelten leichtflüchtige organische Verbindungen, die den durch Stickstoffoxide bedingten Zyklus von Bildung und Abbau bodennahen Ozons unterbrechen.  


Stratosphärischer Ozonabbau (ODP): Die Wirkungskategorie Stratosphärischer Ozonabbau ist als die Vermeidung vielfältiger Folgewirkungen aufgrund abnehmender Ozonkonzentration in der Stratosphäre definiert. Der Indikator dieser Wirkungskategorie ist das Potenzial des Ozonabbaus. 


Terrestrische Eutrophierung: Grundlage der Ermittlung ist die Primärwirkung „Wachstum pflanzlicher Biomasse“. Berücksichtigt werden Emissionen von Stickstoff-Verbindungen in die Luft. Viele natürliche terrestrische Ökosysteme sind stickstofflimitiert und reagieren daher sensibel auf zusätzlich eingetragenen Stickstoff. 


Versauerung: Die Wirkungskategorie Versauerung ist als die Verhinderung der fortschreitenden Versauerung von terrestrischen und aquatischen Ökosystemen definiert. Betrachtet wird das maximale Versauerungspotenzial, dabei werden Emissionen in Luft, Wasser und Boden berücksichtigt.

Weitere Begrifflichkeiten:

Ökologische Priorität: Dabei handelt es sich um die Einordnung und Gewichtung der unterschiedlichen Wirkungskategorien (z. B. Ressourcenverbrauch, Sommersmog etc.) – diese reicht von „sehr groß“ bis „mittel“. Beispielsweise stuft das Umweltbundesamt den Bereich „Klimawandel“ als „sehr groß“ ein. 

Transportwege: Sie sind ein wichtiger Indikator für die Klimafreundlichkeit einer Verpackung. Lange Transportwege vom Abfüller zum Verkaufspunkt bedeuten naturgemäß auch eine höhere CO2-Belastung. Bei Mehrweg muss in der Regel der doppelte Weg gerechnet werden, da die Flaschen oftmals zum Abfüller zurücktransportiert werden müssen.

Umlaufzahlen: Diese beziehen sich auf Mehrwegflaschen und geben an, wie oft eine Flasche wiederbefüllt wird. Je höher die Umlaufzahl einer Mehrweg-Flasche, desto geringer ist u. a. ihr CO2-Fußabdruck. Die Umlaufzahlen weichen je nach Füllgut stark voneinander ab. 

Rohstoffeinsatz: In Ökobilanzen wird zwischen dem Einsatz von fossilen und nachwachsenden Rohstoffen unterschieden. Der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen wirkt sich positiv auf die CO2-Bilanz von Getränkeverpackungen aus. So schneidet der Getränkekarton u. a. aufgrund des hohen Einsatzes von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft sehr positiv im Bereich „Klimawandel“ ab. 

Recyclingquote: In Ökobilanzen wird nur berücksichtigt, was stofflich verwertet wird. Deshalb werden nach den Vorgaben des Umweltbundesamtes Fremd- und Störstoffe, die durch fehlerhafte Sortierung entstehen, sowie Flüssigkeitsreste abgezogen.